Über seinen Vater machte sich Pasquale tatsächlich keinerlei Gedanken. Er war sich beinahe sicher, dass das Familienoberhaupt Zaira als verloren gegangenes Schäfchen betrachten und sie nur zu gerne in die Herde aufnehmen würde. Wahrscheinlich war es sogar so, dass es ihm eine gewisse Genugtuung verschaffen würde, dass sich seine Nicht ausgerechnet dazu entschieden hatte zu ihm zurück zu kommen, nachdem sein Bruder so mit der Familie gebrochen hatte. Entsprechend dürfte Zaira von seinem Vater keine sonderlich andere Reaktion erwarten dürfen, als von ihm. Man war eben Familie und natürlich stand man füreinander ein. Wenn seine Cousine also lieber bei ihnen wohnen wollte, sah der Cesari keinen Grund ihr dies auszureden. Vorausgesetzt, sie informierte ihre Familie, die sich sicherlich einiges an Sorgen machten. Und genau diesen Teil würde Zai wohl gerne überspringen. Und natürlich konnte er das sogar ein wenig nachvollziehen - er war schließlich auch mal in ihrem Alter gewesen. "Ich versteh dich ja, Zai. Sie haben dich scheiße behandelt und du willst es ihnen heim zahlen. Aber glaub mir, es ist Strafe genug, dass du hier bei uns bist. Lass sie sich nicht noch mehr Sorgen machen und sag ihnen, wo du bist und dass es dir gut geht.", und über diesen Punkt würde sich auch nicht verhandeln lassen, was sein Tonfall möglicherweise bereits andeutete. Es war schließlich auch niemandem damit gedient, wenn ihre Eltern am Ende eine Vermisstenanzeige aufgeben würde und man sie hier bei ihnen fand. Das wäre eine Aufmerksamkeit, auf die auch sein Vater gut verzichten konnte. Außerdem war es ihren Eltern gegenüber auch einfach nicht besonders fair. "Keine Sorge, Vater wird sich schon dafür einsetzen, dass du hier bleiben kannst.", versicherte er ihr noch, falls sie sich darüber Sorgen machen sollte.
Auf dem Balkon angekommen, sah er ihr dabei zu wie sie erschöpft in den Stuhl sank und sich umsah. "Danke.", erwiderte er auf das Kompliment hin. "Aber natürlich. Du weißt doch, Familie geht über alles. Und jetzt hau erstmal rein.", forderte er sie lächelnd auf und griff nach seiner Tasse Kaffee, aus der er einen Schluck trank. "Ist das da draußen eigentlich dein Wagen?", erkundigte er sich ein wenig neugierig, weil er seiner Tante und seinem Onkel keinen so guten Geschmack zutrauen würde.